Gospelnacht in der Markuskirche
Bericht vom ersten Abend des Gospelkirchentags 2012 in Dortmund
Nach der Eröffnung des Gospelkirchentages 2012 am 1. Juni gospelte es überall in Dortmund den ganzen Abend lang. Unser Reporter Christian Hermelschmidt war bei der Gospelnacht in der Dortmunder Markuskirche mit dabei. Hier sind seine Eindrücke:
Die "Family of Peace Gospel Singers" aus Mönchengladbach eröffneten in der evangelischen Markuskirche den Freitagabend. Sie füllten stimmgewaltig den großen Raum der Kirche aus und animierten das Publikum von Beginn an zum Mitklatschen. Die Liedtexte in englischer, aber auch in südafrikanischer Sprache wurden dem Publikum ausgezeichnet nähergebracht - und nach dem Ende der Stücke sogar erklärt, so dass nicht nur der tosende Applaus am Ende jedes Liedes, sondern auch spontan aufkeimende Applaussalven nach besonders getragenen Passagen der hochverdiente Lohn für den gut abgestimmten Gesang dieses Chores waren.
Aber nicht nur durch schnelle Rhythmen punkteten die "Family of Peace Gospel Singers". Die besonders gefühlvoll vorgetragene Version des bekannten Liedes "Alpha and Omega" beispielsweise überzeugte durch tragende Klänge und verlieh dem Wunsch des Chorleiters Gabriel Vealle, der sich von seinen Chormitgliedern aus Überzeugung nur Gabi rufen lässt, nach andachtsvoller Stimmung und innerer Versenkung besonderen Ausdruck. Der fast ausschließlich durch Kerzenlicht schummrig erhellte Raum tat sein übriges um die andachtsvolle Stimmung zu verstärken. Abschließend sei gesagt, dass jeder Gospelfan die Chance nutzen sollte, die "Family of Peace Gospel Singers" einmal live zu erleben. Mehr Infos zum Chor gibt's unter: www.familyofpeace.de
Der Gospelchor Essen sang an zweiter Stelle. Zwölf junge Männer und Frauen traten ganz in schwarz auf die Bühne und füllten den Raum mit teils peppiger, teils andachtsvoll getragener Musik. Ihre mehrstimmigen Soli, aber auch die gelungene Harmonisierung ihrer Songs ermunterten die Zuhörer zum Innehalten und ermöglichten es ihnen, die Umwelt zu vergessen und sich der Musik anzuvertrauen. Das große Vergnügen am eigenen Gesang, das den Sängern anzumerken war, schuf dabei eine fast familiäre Atmosphäre.
Der großzügige Applaus des Publikums brachte die Wertschätzung der Zuhörer für den Chor klar zum Ausdruck. Ein besonderes Highlight war die gesungene Version des Vaterunsers, die auf interessante Weise mit dem altbewährten Text spielte und es dennoch irgendwie schaffte dem Vaterunser nicht seine Autorität und Altehrwürdigkeit zu nehmen. Schlussendlich lässt sich zusammenfassen: auch der Besuch eines Konzertes des Essener Gospelchors stellt ein lohnenswertes Unterfangen dar. Mehr Infos: www.gospelchor-essen.de
Der Dortmunder Gospelchor Cantastrophe startete mit der interessanten Bitte an die Technik, alle Mikrophone auszuschalten, seinen Auftritt komplett a cappella. Doch nicht nur das - der Chor postierte sich im Kreis auf der Bühne, was aber keinesfalls negative Folgen für den akustischen Eindruck des Stückes hatte. Der Hörer gewann den Eindruck einer Chorprobe beizuwohnen. Im Verlauf des ersten Liedes wechselte der Chor dann doch in eine traditionelle Aufstellung und brachte das Publikum erst mit afrikanischem Gospel, anschließend dann mit einer schönen Version des bekannten "Shepherd of my Soul" von schwungvoller in andachtsvolle Stimmung, um anschließend mit einer chorischen Version von "Hit the Road Jack" und Robbie Williams’ "Angels" das Publikum zum Mitsingen zu bewegen.
Alles in allem überzeugte der Chor Cantastrophe bei seinem Heimspiel durch Vielfalt und solide Performance der gewählten Titel, wenngleich deren Auswahl am heutigen Tag zu einem großen Teil nicht im Bereich des traditionellen Gospels zu suchen war. Nichtsdestoweniger überzeugte seine Adaptation vieler popularmusikalischer Stücke in den Gospel-Bereich. Ein Besuch eines der nächsten Konzerte von Cantastrophe ist auf alle Fälle zu empfehlen. Weitere Infos bekommt man hier: www.cantastrophe.de
Der Heart Choir aus Wetter startete als vierter und letzter Chor an diesem Freitag seinen Auftritt in der Markuskirche in Dortmund. Eigenen Angaben nach macht ihn insbesondere die Freude am Singen aus, welche nicht beim Gospel haltmacht, sondern auch viele popularmusikalische Stücke beinhaltet. Außerdem, so die Chorleiterin, ist der Chor eine eingeschworene Gruppe, in der jeder mit jedem befreundet ist und alle als Freunde gern und lautstark musizieren. Dies war dem Heart Choir auch von Beginn seines Auftritts an anzumerken, bei dem der junge Chor mit viel Rhythmik, einer Menge Charme und einer ordentlichen Portion Stimmgewalt die Zuschauer für sich einnahm.
Die johlenden und sich gegenseitig anfeuernden jungen Sängerinnen und Sänger überraschten in jedem Titel aufs Neue durch die Dynamik und Kraft ihrer Stimmen und ihren offensichtlichen Spaß am Gesang, was ebenfalls im Publikum lautstarkes Klatschen, Pfiffe und Johlen zur Folge hatte. Das Programm beinhaltete hierbei nicht nur traditionelle Gospelsongs, sondern auch chorisch adaptierte Popstücke.
Mit einer fantastischen, fast professionell anmutenden sängerischen Leistung sowohl des Chores als auch aller Solisten, gewann der Heart Choir die Herzen der Zuschauer als definitiv bester Chor des Abends in der Markuskirche in Dortmund. Mehr Infos: www.heartchoir.com
Text: Christian Hermelschmidt
gug 2012-06-02













