"He saw the best in me" - Bericht vom 100% Gospel-Osterworkshop 2012

"He saw the best in me – when everyone else around could only see the worst in me” – Er sah das Beste in mir, auch wenn jeder andere um mich herum nur das Schlechteste in mir sehen konnte."
Mit diesen Worten begann der Titelsong des diesjährigen 100% Gospel-Osterworkshops der PFF Church in Berlin-Zehlendorf. Über den 100% Gospelworkshop unter der Leitung von Ingrid Arthur haben wir schon mehrfach berichtet und er gehört mittlerweile zu einer festen Institution, die aus der Berliner Gospelszene nicht mehr wegzudenken ist. Es war bereits der zehnte Workshop seit 2007 und auch dieses Mal waren alle Plätze schnell ausgebucht.
Mehr als 100 Teilnehmer kamen vom 28. bis zum 31. März 2012 zusammen und lernten unter der Leitung von Ingrid Arthur und ihrer energiegeladenen Sangeskollegin Onita Boone, die extra aus Köln anreiste, sieben Gospelsongs, die abermals den gesamten Workshop-Chor in Gospelextase brachten. Vom ruhigen Titelsong "The Best in Me" mit einem Solo von Kirk Smith über "Every Praise is to Our God", das in einem Medley mit "Every Breath You Take" von The Police verschmolz bis hin zum Latin-Gospelstück "Beautiful Saviour”, das zum Lieblingssong vieler Teilnehmer avancierte, war für jedes Gospelherz etwas dabei. Bei letztgenanntem Stück versetzte der Chor beim Abschlusskonzert am 31. März 2012 in der PFF-Church durch eine einfache, aber powergeladene Choreographie das Publikum in große Begeisterung. Und angeheizt von Onita Boones Dirigat gab es noch die eine oder andere Zugabeschleife.
Workshop-Erlös für Synanon-Haus
Doch auch der karitative Aspekt des 100% Gospelworkshops kam wie immer nicht zu kurz. Der Erlös des Novemberworkshops geht traditionell an die Berliner Kinder- und Jugendhilfseinrichtung "Arche", während der Osterworkshop jährlich ein anderes Projekt unterstützt. In diesem Jahr war es das "Synanon-Haus", nahe des Potsdamer Platzes in Berlin, dem durch den Workshop-Erlös und die unermüdliche und ehrenamtliche Arbeit des Dreamteams (Organisationsteam des Workshops) unter die Arme gegriffen wurde.
Das "Synanon-Haus" bietet Drogenabhängigen, die Hilfe auf dem Weg in ein neues Leben benötigen, rund um die Uhr die Möglichkeit der Aufnahme, Unterbringung, medizinischen Versorgung und nicht zuletzt ein offenes Ohr sowie eine Schulter zum Anlehnen. Die Hausregeln sind streng, doch nur so können die Bewohner ein "cleanes" Dasein führen.
Bevor das Workshop-Konzert startete, berichtete Ingrid Arthur, wie sie auf die tolle Arbeit dieser Einrichtung gestoßen war und ließ danach einen Synanon-Bewohner zu Wort kommen, der darüber erzählte, wie ihm das Haus tagtäglich in ein neues Leben verhilft. Es war ein ergreifender Moment, als er seine Geschichte wiedergab und verdeutlichte abermals, dass der 100% Gospelworkshop über eine rein musikalische Gospel-Veranstaltung hinausgeht.
Auch hier rückte der Titelsong "He Saw the Best" wieder in den Fokus mit seiner Aussage, dass es immer jemanden geben wird, der in einem das Beste sehen kann, auch wenn alle anderen nur das schlechte sehen wollen.
Wie immer waren es aber nicht nur die rührenden Momente, die die Workshopteilnehmer gemeinsam erlebten, sondern es wurde wieder kräftig gemeinsam gerockt, sofern es der Platz auf der Bühne zuließ. Die Workshop-Band bestand dieses Mal aus Kevin Drummond (Piano), Eddie Dejean (Drums) und JC Dook (Bass) und brachte wie immer vollen Einsatz.
Auftritt des Workshopschors beim Karneval der Kulturen am Pfingstsonntag
Glücklicherweise müssen alle Fans des 100% Gospelworkshop dieses Jahr nicht erst bis November warten, bis es weitergeht. Als kleine "Pausenüberbrückung" kann man die Workshopteilnehmer beim Karneval der Kulturen-Pfingstkonzert erleben - am Sonntag, dem 27. Mai 2012 um 21 Uhr in der Heilig-Kreuz-Kirche in Kreuzberg.
Weitere Infos zum Workshop gibt es hier:
www.100prozentgospel.de
und zum Synanon-Haus unter: www.synanon.de
Text: Patrizia Klee
Foto: Daniel Marcel Schmude-Sterling
gug 2012-05-23













