Einmalige Gospelparty im CCT Troisdorf

Hot-Hotter-Hottest - die obere Liga deutscher Gospelkünstler traf sich am 23. Juli im CCT Troisdorf zu einem Konzert und einer Party der Extraklasse: Gospel wie in einer Kirche in den Südstaaten Amerikas, draußen 40° - so die gefühlte Stimmung. Die Realität im rheinischen Troisdorf an diesem Tag: kaltes Regenwetter! Aber das interessierte in diesem Moment niemanden im ausverkauften Konzertsaal. Einige von weit angereiste Fans konnten nur noch stehend an der Seite Platz finden. Aber was macht das schon, wenn ein Konzert zu einer einer heißen Party wird und sich ohnehin kein Besucher auf dem Stuhl halten kann.
Anlass des Events war die Vorstellung von "Greater than anything", dem neuesten Werk des bekannten Gospel-Komponisten und Pianisten Niko Schlenker - in Zusammenarbeit mit dem Berliner Verlag ZebeMusic. Um dem bereits Anfang des Jahres veröffentlichten Notenheft demnächst die CD folgen zu lassen, wurde das Konzert live mitgeschnitten. Und so ging es sofort zur Sache mit einem Überraschungsgast: James Smith, Sänger und Schauspieler aus New York, der uns bereits zu Beginn zeigte, wo der (Gospel)-Hammer hängt.
Die anschließende Begrüßung übernahm Angelika Rehaag, Gründerin der Musikakademie Krefeld, an der unter ihrer Leitung ein Kollektiv von zwölf verschiedenen Gospelchören beheimatet ist. "The Gospel Family of Christ" aus ihrer Akademie hatte den ersten Auftritt. Bereits mit vielen internationalen Gospelkünstlern stand dieser Chor auf der Bühne, u.a. mit Gospel-Legende Edwin Hawkins. Obwohl die drei vorgestelten Titel "Giants", "God gives back" und "Coming to you" wohl eher Gospel-Insidern bekannt sein dürften, waren die Zuhörer ganz dabei und das Stimmungsbarometer schon recht weit oben angekommen.
Ein interessante Vorstellung ganz anderer Art gab es anschließend mit dem "New Life Gospel Choir" und dem Kanadier Nathan Junor aus Düsseldorf. Dieser Chor besteht aus mehr als 20 afroamerikanischen Sängerinnen und Sänger - für europäische Chöre sicherlich etwas Besonderes. Auftritt, Bewegungen und Rhytmus dieser Künstler, die einfach und auf natürliche Weise das Lebensgefühl schwarzen Gospelmusik präsentierten, waren unvergleichlich. Titel wie "Life in 4D", "Ev'ryday", "Jeremiah" und Medleys in ursprünglicher Form - ein vollendeter Genuss für Seele, Ohren und Augen!
Der "LivinGospel Choir" bestritt den nächsten Auftritt nach kurzer Pause. Naomi und Wolfgang Wien gründeten diesen sehr professionellen und erfolgreichen Chor mit Band und internationaler Besetzung. Bekannt auch durch Auftritte im Fernsehen, z.B. mit der Höhner Gospelweihnacht, lieferte der "LivinGospel Choir" ebenfalls wunderbaren Profi-Gospel ab. Außerdem ein Wiedersehen mit Keyboarder Peter Mante, der auch den "New Life Gospel Choir" begleitet. Emotionen pur hier bei den Titel "I believe I can fly" und "Potter's House".
Es folgte die Vorstellung des neuen Albums von Niko Schlenker: "Greater than anything" mit weiteren Titeln, "I've got joy", "Wait", "Praise him". Unterstützt wurde der Chor nun von den bekannten Solisten Claudine Abusu und Honoré Haase. Beide blicken auf eine langjährige Live-Erfahrung auf verschiedenen Bühnen zurück, u.a. bei den Sonnenberger Jazztagen sowie im "Jump-Radio".
Bei den Auftritten dieser verschiedenen Chören traten zusätzlich die hochkarätigen Solisten Boysie White und Yasmina Hunzinger auf. Boysie White sang unter anderem bei dem Musical 'HAIR', und "Mama I want to sing" sowie bei den "Harlem Gospel Singers". Die Neu-Rheinländerin aus der Schweiz mit der Powerstimme, Yasmina Hunzinger, ist bekannt als Sängerin von DJ Bobo.
Mit dabei, dazwischen und mittendrin im Geschehen: Chris Lass. So kennt die Gospelszene den quirligen Bremen Gospel-Durchstarter. Immer wieder auf der Bühne und auch hier mit dabei, um die Zuschauer zu begeistern und dem Gospel noch näher zu bringen - der Shooting-Star bewies an diesem Abend souveräne Entertainerqualitäten. Zur Zeit ist dieser sympathische Sänger und Komponist mit seinem Chor "Excited" und seinem Debüt-Album auf Tournee und sorgt auf frische Weise für viel Wirbel in der Gospelszene.
Vom Gospel-Klassiker "Oh happy Day" gibt es viele Versionen. An diesem Abend sollte es jedoch eine der besten werden. Denn alle hier genannten Chöre und Solisten führten den Klassiker gemeinsam in einer Maxiversion von nie gehörtem Umfang auf - das Ende einer glanzvollen musikalischen Perlenkette.
Text: Joachim Schwarzrock, Redaktion NRW
Fotos: Hartmut Schulz
zin 2011-07-30













