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Workshop mit Baukasten-System - Das Gospelradio-Interview

Gespräch mit "Gospelcoach" Chris Lass

 

Gospelchöre gibt es in Deutschland inzwischen viele. Wie "gut" und mitreißend jeder einzelne jedoch ist, hängt von vielen Faktoren ab, die es von Chor und Chorleiter zu beachten gilt. Hilfestellung kann da ein Workshop geben, der sich gezielt mit den individuellen "Problemchen" eines Chors beschäftigt. Einer dieser Workshops wird vom "Gospelcoach" Chris Lass angeboten. Matthias Knop hat mit ihm ein E-Mail-Interview geführt.

Gospelradio.de: Bitte stellen Sie sich doch kurz vor.
Chris Lass: Ich bin Chris Lass, ein echter Bremer Jung. Meine Mama ist Britin und mein Vater ist Deutscher. Seit kurzem habe ich das Privileg, mit meiner eigenen Musik in ganz Europa unterwegs sein zu dürfen. Vor allem mit meinem Chor "Excited" geht so Einiges. Ich liebe meine Arbeit! Ob im Studio, als Produzent und Komponist oder live bei Shows und Konzerten. Ich habe das Glück, jeden Tag etwas komplett anderes zu machen und viele neue, coole Menschen zu treffen. Grundsätzlich mag ich sehr verschiedene Musikstile, aber mein Herz schlägt vor allem für zeitgemäßen Gospel und das, worum es darin geht.

Seit wann machen Sie Gospelmusik und wer hat Ihnen dieses Genre eröffnet?
Ich werde nie vergessen wie ich mit 14 Jahren auf einem Pianisten-Workshop war. Einer der Dozenten dort spielte Klavier, wie ich es so noch niemals gehört hatte. Da spürte ich das erste Mal eine Begeisterung für Musik, die mich bis heute nicht loslässt. Das war ein sehr prägendes Erlebnis. Mit 17 wurde ich dann gefragt, für einen Gospelchor zu spielen, der fast ausschließlich aus Schwarzen bestand. So entdeckte ich contemporary Gospel für mich. Zusammen mit zwei Freunden spielte ich nun für verschiedenste, internationale Gospelkünstler im In- und Ausland. Heute stehe ich mit einem unglaublichen Chor, eigenen Songs und einer tierischen Band auf der Bühne. So hätte ich mir das natürlich nie vorstellen können.



Mit Ihrem sehr jungen Chor "Excited" haben Sie bereits die CD "The Gospelogical Argument" aufgenommen. Was unterscheidet Sie und den Chor von anderen Gospelkünstlern?
Was uns unterscheidet? Ich glaube, da gibt es erst mal ganz viel, was uns verbindet, zumindest sollte uns das verbinden! Wir singen von jemandem, der seit 2.000 Jahren für echten Wirbel sorgt und sind überzeugt, dass er der beste Lebensmittelpunkt ist. Wie wir das machen, das ist für viele wahrscheinlich sehr ungewöhnlich. Wir tanzen viel, sind ziemlich bunt und haben "Hummeln im Arsch"! Meine Band muss brennen und meine Zuhörer will ich begeistern. Ich glaube, diese Einstellung ist sehr traditionell.

Für viele ist die Arbeit mit jungen Menschen schwierig, weil sie oft besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Was fasziniert Sie an der Arbeit mit jungen Menschen?
Mich fasziniert an der Arbeit mit Jugendlichen, dass sie oft besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Sie halten mich auf Trab und sie sind oft sehr ehrlich. Wenn ihnen etwas nicht gefällt, dann sagen sie es und anders herum. Junge Menschen haben immer unfassbares Potenzial, und sie sind so ansteckend, wenn sie es erkennen und sich daran freuen.

Vermitteln Sie Ihnen auch eine "Gute Nachricht" des Gospels?
Die gute Nachricht vermitteln klingt oft so abstrakt. Ich hoffe, ich habe da keine Methode. Ich will das sagen, was Sache ist - dass jeder unendlich viel Wert ist. Ich versuche persönlich und ehrlich zu sein. Es gibt einen Gott der sich für DICH interessiert. Wie viele Menschen das Glauben, ob das modern ist oder kitschig klingt, ist dabei egal! Wir finden die Wahrheit nicht durch Abstimmung, sondern durch Nachdenken heraus.

Sie bieten auf der Internetseite gospelcoach.de einen Workshop für Chöre, Chorleiter oder auch Gemeinden und Schulen an. Wie läuft so etwas ab?
Das sind ganz besondere Workshops für mich. Musik macht mir gemeinsam mit anderen viel mehr Spaß. Die Freude die ich an Musik habe, möchte ich einfach mit anderen teilen! Ich bringe vor allem meine eigenen Songs zu den Workshops mit. Jeder Song hat eine Idee, eine Geschichte und zusammen mit anderen lässt sich die oft ganz neu schreiben und verstehen. Die Workshops laufen immer anders ab – da möchte ich flexibel sein. Vermitteln will ich diese Begeisterung – diese "Hummeln" und das worum es im Gospel für mich geht, also den Inhalt.

Sie sprechen vom "Baukastensystem", um einen Workshop zusammenzustellen. Wie funktioniert das genau?
In einem Workshop will ich gezielt und auf einen Zeitraum begrenzt etwas ganz bestimmtes schaffen. Dafür ist das Baukastensystem da. Die Teilnehmer können sich aussuchen, was für sie dran ist. Bei einem Chor ist es eben Rhythmus, bei einem anderen Chor der Klang. Es gibt aber noch viele andere Bausteine, manche, auf die man vielleicht selbst als Chor gar nicht käme; zum Beispiel gospel-typische Phrasierungen für den ganzen Chor. Wer nicht weiß, dass es so etwas gibt, fragt natürlich nie danach. Ich selbst höre jedem Chor ganz genau zu und schaue, wo ich helfen kann, wovon der Chor profitiert.

Zum Schluss noch einen kurzen Satz für unsere Leser: Was würden Sie
Ihnen gerne mit auf den Lebensweg geben?

Ganz einfach: Meine CD!

Und Im Ernst?
Im Ernst? Den Lebensmittelpunkt Jesus. Das ist das Beste für jeden, an jedem Ort. Davon bin ich hundertprozentig überzeugt. Ich freue mich schon darauf, den einen oder anderen Leser und Hörer bei Facebook zu treffen, oder bei einem Konzert oder Workshop.

Weitere Informationen zu Chris Lass gibt es unter:
www.gospelcoach.de
www.chrislass.com

Die aktuelle CD "Chris Lass & Excited - The Gospelogical Argument" gibt es im Gospelradio-Shop >>

Die Fragen stellte Matthias Knop      2010-07-06






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