Review DEKT 2013, Hamburg
























Samstag, 4. Mai 2013

As Much as You Need

Gospelfestival in Kooperation mit "Brot für die Welt" mit dem Gospelchor des 34. Evangelischen Kirchentages


Am Samstagabend konnten die Gospelfans den fulminanten Abschluss des Treffpunkts Gospel auf dem Kirchentag erleben. Der Platz vor der Haupttribüne am Strandkai in Sichtweite der Elbphilharmonie füllte sich mit unzähligen Gospelbegeisterten jeden Alters. Im Laufe des Abends konnte sich wohl keiner der Anwesenden der Faszination entziehen, die die Gospelmusik in ihrer gesamten Bandbreite bot. Auch die unzähligen unermüdlichen Helfer ließen sich von den energiegeladenen Auftritten der verschiedenen Gruppen anstecken.

Die im Laufe des Abends einsetzende Kälte und der aufkommende Wind taten der Stimmung keinen Abbruch. Es wurde mitgesungen, gefeiert und getanzt. Immer wieder bildeten sich Polonaisen, die immer länger wurden und mitten durch die Zuschauermenge zogen, oft angeführt von den fröhlichen Helfern.

Als erste Gruppe des Abends trat der Gospelchor
LivingGospel-Schalksmühle mit der Solistin Anne Lehmann (Foto oben) auf und zog das Publikum mit Songs aus ihrem Programm direkt in seinen Bann. Danach durfte der große Gospelmasschoir des 34. Deutschen Evangelischen Kirchentages das erste Mal sein Können zeigen. Hierbei wurde deutlich, dass die Freude an der Verbreitung der Frohen Botschaft das wichtigste Element war und diese Botschaft alle Personen auf der Bühne zu einer Gemeinschaft zusammenschweißte, die auch die eine oder andere Klippe gekonnt überwand. Die unbändige Freude, miteinander etwas Neues zum Lobpreis Gottes zu erschaffen, war in jeder Minute zu spüren.

Nach dem LivingGospel erlebten die Zuschauer eine musikalische Zeitreise mit Dieter Falk & Sons und dem musikalischen Kraftpaket Bonita Niessen. Spätestens bei dieser mitreißenden Performance auch von bekannten klassischen Musikstücken mit besonderen Adaptionen und der kraftvollen Stimme Bonitas war jeder Zuhörer davon überzeugt, ein Stück Kirchentagsgeschichte miterlebt zu haben. Dieses Gefühl wurde noch verstärkt, als der Chor zusammen mit Dieter Falk und Mic Donat den offiziellen Kirchentagssong 2013 präsentieren durften. Der Wechsel von der energiegeladenen Performance zu dem sehr nachdenklichen von Mic Donat in sehr gefühlvoller Weise vorgetragenen Song berührte die Zuhörer tief. Es legte sich eine fast andächtige Stimmung über den Platz, in diesem Moment dürfte jeder der Anwesenden das Gefühl gehabt haben, Gottes Geist zu spüren.

Hätten die Zuhörer genügend Feuerzeuge dabei gehabt, wäre ein Lichtermeer entzündet worden, das weit über das Meer getragen hätte.













Als letzter Chor traten Just Gospel (Foto oben) mit der Barnes Family aus Memphis und die Gospel Family auf. Christiane und Hauke Hartmann schafften es wieder einmal, mit der Barnes Family amerikanische Gospelgrößen nach Deutschland zu bringen, eine Verwandte von ihnen hat sogar mit Ray Charles zusammen gesungen. Ein unvergleichlicher Abend ging nach dem erneuten Auftritt des Kirchentags-Gospelchores zu Ende und wohl jeder Zuhörer hätte noch Stunden weiterfeiern und singen können.
Uta Beitlich-Thommes

SEFORA NELSON IM CCH HAMBURG


Gänsehaut – und kein Mucks im Saal! Sefora Nelson hatte ihre Zuhörer im bis auf den letzten Platze gefüllten Kongress-Saal des CCH Hamburg in ihrer Hand. Zum Abschluss des 34. Evangelischen Kirchentages am Samstag gab es hier ein ganz bemerkenswertes Highlight: Die italo-deutsche Newcomerin der christlichen Musikszene überraschte die Zuhörer mit einen Konzert der Sonderklasse.

Eine Frau, die Höhen und Tiefen des Lebens durchgemacht hatte: Nach der Ausbildung ging sie nach Chicago zum Musikstudium, trat dort unter anderem auch in Gefängnissen auf; dann begann sie mit ihrem jetzigen Ehemann aus der Karibik in einem urschwäbischen Dorf bei Stuttgart bei 'Null', weil kein Aufenthalt in USA möglich war. In dieser Situation - durch den Glauben an Gott - haben beide sich hochgearbeitet und eine Arbeit gefunden. Sefora setzt ihre Erlebnisse talentiert am Piano um. Und zwar so unglaublich gut, dass es im Publikum keiner wagt, unruhig zu sitzen. Und zwischendurch kommen immer wieder humorvolle Querschüsse zu ihrer schwäbischen Herkunft und über das trendige Wort 'Location' – in Bezug auf den Ort, wo wir jeweils sind. Somit kam es zu einem ständigen Wechsel zwischen dem respektvollen Genießen ihrer Bühenpräsenz sowie der Gemeinschaft mir ihr und den Zuhörern.

Diese Art, mit der Sefore mit dem Publikum kommuniziert, ist einzigartig! Sie durchbricht die Barriere zwischen Zuhörern und Musikern, indem sie humorvoll Geschichten aus ihrem Alltag erzählt und gegen Ende des Abends alle bittet, nach vorne zu kommen, sich um ihren eleganten weißen Flügel zu stellen und einfach mitzusingen.

Eine atemberaubende Frau, begnadete Pianistin, mit berührenden Texten, vor allem ein starker Glaube und eine sehr inspirierende Persönlichkeit.

Farbig ist nicht nur ihr Auftritt – leuchtend roter Hut, weißer Flügel und ihre CDs – jede in einer anderen Farbe. Wir sind gespannt, welche Farbe die nächste CD hat.
Konzerttermine gibt es unter
www.seforanelson.com. Wir sind in jedem Falle dabei!
Unser Interview mit Seforsa könnt Ihr
hier hören.

Joachim Schwarzrock, Ruth Trabitsch


LIVING WATER GOSPELCHOR

Living Water steht für das „Wasser des Lebens", das Gott uns allen gibt. Dies ist die grundlegende Motivation für die etwa 30 Sängerinnen und Sänger des Chores. Der Gospelchor aus Hamburg, der bereits über fünfzehn Jahre besteht, trat in einer sehr jungen Formation zusammen mit der vierköpfigen Living Water Band auf.

Der Chor präsentierte ein sehr abwechslungsreiches Repertoire, das von traditionellen Stücken - in einem Medley gesungen - bis zu Contemporary Gospel reichte. Hierin spiegelte sich die tiefe Überzeugung der Chormitglieder wieder, wie wichtig es ist, die Freude und Hoffnung des Glaubens aus vollem Herzen und mit Leib und Seele zu präsentieren. Durch den Einsatz der klaren und soulartigen Solistenstimmen konnten die Zuhörer diese Mission auch bei den ruhigeren Stücken – a cappella vorgetragen
spüren.

Die schwungvolle Art von Chorleiterin Janin Ingwersen, die Zuhörer in die Songs mit einzubeziehen, führte dazu, dass alle bei den letzten Liedern des Konzertes aus vollem Herzen mitsangen und mittanzten. 

Im anschließenden Interview berichtete uns die Chorleiterin noch, wie wichtig es dem Chor ist, den christlichen Hintergrund des Gospelgesanges auch denen zu vermitteln, die sich ansonsten wenig damit beschäftigen. So gibt der Living Water Gospelchor auch Konzerte in Hamburgs großer Haftanstalt Santa Fu, in der langjährig Inhaftierte einsitzen. Die Gespräche mit den Gefangenen nach dem Konzert seien immer besonders beeindruckend, so Janin Ingwersen.

Weitere Einzelheiten zum Chor gibt es auf der Homepage:
www.livingwater.de und in unserem Interview »

Uta Beitlich- Thommes 

Freitag, 3. Mai 2013

FOR YOUR SOUL – DEUTSCH-AMERIKANISCHER GOSPEL MIT DR. WAYNE EVANS AUS ST. LOUIS


Bei den zahlreichen Gospelchören auf dem Kirchentag in Hamburg muss immer wieder die qualitative Messlatte reguliert werden – hier bei diesem Chor erneut weit nach oben! Klein und fein – acht Solisten haben sich im Herbst 2010 zusammengetan und die Gruppe "ForYourSoul" gegründet. Alle bringen reichlich Erfahrung mit, da sie bereits aus verschiedenen anderen norddeutschen Gospelformationen kommen. Im Gegensatz zu vielen großen Chören arbeitet diese Formation mit sehr viel Detailarbeit. Dieses zeigt sich auch durch die einzelnen Solistenauftritte aus dem Chor heraus. Jeder hat durch seine Persönlichkeit einen eigenen Charakter. Dadurch wird das Konzert facettenreich und man denkt sich: Wie wird die nächste solistische Einlage?

Das Besondere bei diesem Chor ist die enge Zusammenarbeit mit dem charismatischen Komponisten und Arrangeur Dr. Wayne Evans aus St. Louis, USA (Bild links). Für den Kirchentag extra angereist, durften wir ihn bei einem Auftritt im Gospelzentrum Elim erleben. Er ist in den USA ein bekannte Gospelgröße, hat unter anderem mit Stars der Soul- und Gospelszene wie Stevie Wonder, Andraè Crouch, Natalie Cole sowie mit der Band „Earth, Wind & Fire„ zusammengearbeitet. Er ist jetzt weiterhin aktiv in den USA als Vocal-Coach und bei dem deutschen Chor „ForYourSoul" als Mentor.

Hier wächst zusammen, was phantastisch zusammen passt: Der Stil des 'deutschen' Gospel mit dem ausdrucksstarken amerikanischen Gospel. Beide profitieren voneinander. Jeder einzelne Sänger tritt mit seinem persönlichen Stil als Solist aus dem Chor heraus. Die gesungenen Titel sind erfrischend anders – nicht die hier meist bekannten Lieder, sondern weniger bekannte amerikanische Titel wie „It Gonna be Alright" oder „Carol of the Bells". Obwohl der amerikanische Stil dieses Chors unverkennbar ist, verliert er trotzdem nicht seine Authentizität.

Selten erlebt man einen deutschen Chor, dem man die gesungenen Worte, vor allem durch die Solo-Passagen, so sehr abnimmt wie hier. Die Emotionen in den Gesichtern sind nicht gestellt. Die Piano-Begleitung durch Dr. Wayne Evans harmoniert perfekt. Ein Chorerlebnis mit Stil und höchster Qualität.

Dabei sein ist möglich! Diese Jahr vom 19.-22 September gibt es einen Gospel-Workshop mit Dr. Wayne Evans in der St. Martin Kirchengemeinde in Lübeck mit dem Titel: „Excitement!2013" Infos und Anmeldung unter
www.foryoursoul.de.

Hört dazu auch unser
Interview mit Dr Evans und weiteren Chormitgliedern im Orginal (teils deutsch, teils englisch).

Joachim Schwarzrock

GOLDEN VOICES GOSPELCHOIR

Kamerun: ein Land, in dem neben den beiden Amtssprachen Englisch und Französisch noch über 250 weitere Sprachen gesprochen werden. Ein paar von ihnen hat der „Golden Voices Gospelchoir" uns dieses Jahr in Form von mitreißenden Songs zum Kirchentag nach Hamburg mitgebracht.

Dem Publikum wurde an diesem Abend etwas ganz Besonderes geboten. Denn die „Golden Voices" kamen auch mit dem Ziel hierher, den Deutschen ein Stück ihrer Kultur vorzustellen.Sie beschränkten sich dabei nicht nur auf den Gesang, sondern gaben dem Tanz eine beinahe gleichberechtigte Stellung. Begleitet wurden die zehn Sänger und Sängerinnen traditionsgerecht von zwei Djemben.

Leicht vergaß man alles um sich herum, ließ sich vom Rhythmus der Trommeln sowie dem warmen Chorsound, der immer wieder von soundartigen Ad-Libs wie Kreischen und Schnalzen durchzogen wurde und dem virtuosen, aber gleichmäßigen Tanz in eine andere Kultur mitnehmen.

Besonders ist auch der Chorleiter aufgefallen, beziehungsweise nicht aufgefallen. Viel zu oft muss man mit ansehen, wie sich ein Chorleiter in den Mittelpunkt stellt und dem Chor ein Stück weit die Show stielt. Doch dieser Mann war so unauffällig, dass man gar nicht merkte, wie er zwischendurch in den Chor verschwand um die Männer stimmlich zu unterstützen, das eine oder andere Mal zur Djembe griff und dann wieder seine Posten als Chorleiter einnahm.

Die Reaktion der Hörer war unverkennbar. Auch nach drei Zugaben wollten sie sich nicht zufrieden geben und hörten nicht auf , begeistert zu klatschen. Die Chorsänger standen verwirrt, aber sicher auch dankbar, auf der Bühne und wussten nicht so recht, wie sie darauf reagieren sollten. Sie hätten sicher gerne noch ein bisschen für uns gesungen, doch der feste Zeitplan des Kirchentags ließ dies leider nicht zu. Stattdessen kamen wenig später alle draußen im Park zusammen und es wurde weiter musiziert.

Ruth Trabitzsch

GOSPELNIGHT DRESDEN

Was aus einer Idee – vor 15 Jahren in einer Kneipe entwickelt – werden kann, konnten die Zuhörer am Freitagabend zu später Stunde erleben. Das Versprechen auf der Homepage der Gospelnight Dresden: „Ein Gospelkonzert zum Zuhören Mitmachen – Mitfeiern" lösten die Chormitglieder hundertprozentig ein. Der Energie geladenen Chorleiterin Carmen Wutzler konnten sich weder die sechzig Chormitglieder noch die Zuschauer entziehen. Unterstützt von einer fünfköpfigen Profi-Band liefen die Chormitglieder mit ihren Solisten zur Höchstform auf. Der Zuhörer hatte bereits ab dem ersten Lied das Gefühl, Bestandteil eines Energiefeldes zu sein und einfach mitgerissen zu werden. Diese Lust, sich im Rhythmus zu bewegen, mitzusingen und mitzufeiern hielt während des gesamten Konzertes an.

Auch bei den ruhigeren Stücken, die sich durch den sehr akzentuierten Einsatz der einzelnen Stimmen auszeichneten, sorgte diese Energie dazu, dass das Band zwischen den Chormitgliedern und den Zuhörern nicht abriss. Ein besonderer Hörgenuss waren der Spiritual „I got a Crown", das a cappella vorgetragen wurde, und der akzentuierte Einsatz der wunderbarer Soulstimme von Solistin Christine Seraphim bei Song „I open my Mouth unto the Lord".
 
Das Konzert stand unter dem Thema: "All You need is…" und die Chorleiterin wusste zu jedem der dazugehörenden Stichworte wie z. B. „Power, Freedom, Hope" eine eingängige Einführung zu geben. Auf diese Weise konnte jeder Zuhörer erleben, dass die Gospelmusik für die Sängerinnen und Sänger das zentrale Medium ist, um die frohe Botschaft zu verkünden.

„O Happy Day" bildete den Abschluss des Konzertes und wohl kein Zuhörer konnte sich der Energiewelle entziehen, die von der Chorleiterin und den Chormitgliedern entfacht über jeden der Anwesenden hinwegrollte. Einzelne Zuhörer ertappten sich dabei wie sie zum Dach der Kirche hinaufschauten. Sie hatten das Gefühl, das sich in dem Moment das Kirchendach anhebt und ein Energiestrahl direkt zum Himmel geschickt wird.  
 
Dieses Konzert war auch deshalb etwas ganz Besonderes weil es sich bei "Gospelnight Dresden" nicht um einen Gospelchor im klassischen Sinne handelt, sondern um ein christliches Jugendprojekt. Das Motto lautet: „ Die Gospelnight weckt Neugier am Leben mit Jesus Christus und bietet Gemeinschaft mit Christen an." Jedes Jahr können sich neue Jugendliche zum Projekt anmelden, um die Auftritte in der Weihnachtsmesse und bei einer kleinen Tour im Januar einzuproben.

Die Chormitglieder haben aber so viel Spaß miteinander, dass die meisten Projektteilnehmer jedes Jahr wieder mit dabei sind. Auf diese Weise wächst die Anzahl der Sängerinnen und Sänger immer weiter an. Die Chormitglieder bestimmen auch jedes Jahr ganz demokratisch aus mehreren vorgestellten sozialen Projektes dasjenige, dem das Geld aus der Kollekte im Gottesdienst zu Gute kommen soll.  

Wer mehr über dieses besondere Projekt erfahren möchte, dem sei unser Interview mit der Chorleiterin oder die
Homepage des Projektes empfohlen.

Zudem könnt Ihr hier unser
Interview mit Jaqui und Tino und 2 Soundtracks hören, das wir während des Kirchentages produziert haben.
Uta Beitlich-Thommes

Donnerstag, 2. Mai 2013

DAWIT GETACHEW – CHRISTLICHER JAZZ UND GOSPEL AUS ÄTHIOPIEN

Die Keimzelle der Gospelmusik liegt bei den Menschen, die als Arbeitssklaven von Westafrika auf den amerikanischen Kontinent entführt wurden. Dort kamen sie bei den Weißen in Kontakt mit der christlichen Religion. Äthiopien wurde vom Christentum schon sehr früh geprägt. Dort gibt es neben den äthiopisch-orthodoxen Kirchen auch verschiedene evangelische Kirchen. Das Land hat neben dem traditionellen Poeten-Gesang (Azmari) eine äußerst lebhafte Jazz-Szene mit vielen Bands, die in verschiedenen Clubs im ganzen Land auftreten.

Ein Gospel ist nicht der Sound, der Klang – es ist die Botschaft. Und wenn es von Jesus Christus handelt, dann ist es Gospel. Dieses Zitat von Edwin Hawkins hat sich der äthiopische Musiker
Dawit Getachew mit seiner siebenköpfigen Jazzband zu Herzen genommen und gibt die Botschaft nicht nur bei Konzerten in Äthiopien an die Christen weiter, sondern erstmals auch in Deutschland - hier auf dem Kirchentag im Gospelzentrum Elim.

Der Auftritt hatte es in sich: Mit energiegeladenen Eigenkompositionen brachte die Band ein ganz neues Klangerlebnis in Hamburgs Kirchentagsmusikszene. Es ist schwer möglich, diese Musik in eine bestimmte Schublade zu schieben. Ein Ethno-Jazz mit fetzigem Sound, super Rhythmus mit dominierendem Schlagzeug. Dazu Keyboard und Jazz-Gesang durch den charismatischen Sänger Dawit Getachew im leicht angehauchten äthiopischen Azmari-Sound. Gesungen wurde von Jesus in der Landessprache Amharisch – eine Sprache mit einem besonderen Klang. Die Atmosphäre hatte Livemusikclub-Charakter, die Stimmung im Konzertsaal entwickelte sich gerade noch kirchentagskonform. Die eigentliche Message dieses Musikers und seiner Band ist dabei nicht untergegangen – der Inhalt war die Geburt Christus – und somit bleibt es eine Art Gospel.

Dieses war der erste Auftritt von Dawit Getachew in Deutschland. In seiner Heimat sind Auftritte wie im Nationaltheater von Addis Abeba keine Seltenheit. Bei so einem Konzert wäre das bestimmt auch in Deutschland möglich.
Joachim Schwarzrock

SEVEN HOUSES GOSPEL CHOIR AUS UNGARN

Der Auftritt beim Treffpunkt Gospel war auch für die Chormitglieder etwas ganz Besonderes. Mit Hilfe von finanzieller Unterstützung aus Deutschland und Ungarn waren die dreizehn Chormitglieder, davon auch deutsche Auswanderer, und ihr Chorleiter aus Balatonbogulár vom Plattensee in Ungarn angereist. Der Seven Houses Gospel Choir (Foto rechts) besteht seit Januar 2011 und der zweijährige Geburtstag des Chores war von der tiefen Freude geprägt, von den Kirchentagsorganisatoren ausgewählt worden zu sein.

Zu Beginn des Konzertes war noch spürbar, dass es sich um den ersten Auftritt des Chores in Deutschland handelte. Es war für die Zuhörer faszinierend anzusehen, wie die Chormitglieder mit jedem Gospelsong noch mehr aus sich heraus und auf die Zuhörer eingingen, so dass ein intensives Gemeinschaftsgefühl zwischen Chor und Zuhörerschaft entstand.     

Das Repertoire des Chores bestand weitgehend aus sehr traditionellen Stücken, wie „Amazing Grace" oder „Oh Happy Day". Durch die unter die Haut gehende ausdruckstarke Soulstimme des Chorleiters und den klaren Solostimmen bekamen aber auch diese bekannten Stücke eine Klangfarbe, die wohl jeden Zuschauer tief beeindruckten. Das Motto des Chores: „Im Singen unseren Herrn zu loben und zu preisen" wurde auch in der Weise erlebbar, dass einzelne Strophen in der ungarischen Heimatsprache gesungen wurden.

Zum Ende des Konzertes waren sich Chormitglieder und Zuhörer darin einig, ein wertvolles Stück gemeinsamen Lebensweges miteinander gegangen zu sein. 
Uta Beitlich-Thommes

YOUNG SPIRITS GOSPEL CHOIR

Ein frischer Geist wehte am späten Abend noch durch den Saal der Hamburger Elimgemeinde, als der Young Spirits Gospel Choir aus Elmshorn das Publikum zum Tanzen brachte. Der Ende 2001 aus einer Schul-Arbeitsgemeinschaft entstandene Chor trumpfte mit einem unglaublichem Flow und einer mitreißenden Bühnenshow auf.



Sowohl dem Chorleiter Niels Schröder (ebenso Leiter des Großprojektes „Hamburg Singt") als auch der Band und den Spirits selbst sah man an, dass sie sich auf der Bühne wie zu Hause fühlten. Die Präsenz des Chores war bemerkenswert. Die Kreativität der einzelnen Chormitglieder wurde auch in den ausgefeilten und energiegeladenen Choreografien spürbar.

Dem Contemporary Gospel verschrieben – so dass auch Salsa- und Reggae-Rhythmen zu hören waren – präsentierte der Young Spirits Gospel Choir vor allem Songs aus der Feder des Chorleiters, aber auch bekannte Lieder in neuem Gewand. Dem Chor gelang es, die Zuhörer mit seiner mitreißenden Art so zu beeindrucken, dass jeder das Gefühl hatte, ein Stück dieser Energie mit nach Hause nehmen zu können. Der Abend beim Treffpunkt Gospel war für alle viel zu schnell zu Ende gegangen. 

Uta Beitlich-Thommes


UNLIMITED VOICE COMPANY

Für die
Company war der Konzertauftritt in Hamburg etwas ganz Besonderes. Im Jahr 1985 als Kinderchor gegründet, trat der Chor bereits im Jahr 1995 auf einem Kirchentag auf - ebenfalls in Hamburg.



Die 23 Sängerinnen und Sänger, die von einer kleinen aber hochkarätigen Band unterstützt wurden, erschienen zunächst in sakral anmutenden blauen Kutten mit lachsfarbenem Schal. Die Sänger fesselten die Zuhörer von Beginn an und beeindruckten mit ihren klaren Solistenstimmen. Insbesondere bei den langsameren, oft balladenartigen Songs konnte jeder Zuhörer nur über das Klangvolumen der einzelnen Stimmen staunen. Purchase high quality louboutin sandals via online store.

Die Chormitglieder wussten mit einem Wechsel zwischen getragenen und schwungvollen Passagen oft auch innerhalb eines Liedes zu überzeugen. Insbesondere die akzentuierten Einsätze von Saxophon und Schlagzeug brachten Gänsehauteffekt pur. Eine Überraschung besonderer Art bot die Company, als die Sängerinnen und Sänger während des Songs "We Believe in Another Kingdom" ihre Kutten fallen ließen und in moderner schwarzer Kleidung mit unterschiedlichen farblichen Akzenten weiter sangen.

Die Zuhörer hielt es inzwischen nicht mehr auf ihren Plätzen. Alle tanzten und klatschten mit. Die Unlimited Voice Company verabschiedete sich mit dem Song "Shine Your Light", den sie in einer unter die Haut gehenden besinnlichen Art präsentierte.

Ruth Trabitzsch, Uta Beitlich-Thommes

YOU LOOK SO MUCH BETTER WHEN YOU SMILE!

Der Kirchentagsgospel 2013 und du bist dabei!

Mit Kirk Franklins Hit „I Smile" eröffnete die Barnes Family von „Just Gospel" heute Vormittag den Gospelworkshop des diesjährigen Kirchentages in Hamburg und zog damit sofort die Teilnehmer in ihren Bann. Und wir reden hier nicht von einem kleinen Workshop mit 20 Teilnehmern, sondern von ein paar Hundert Menschen! Die Leitung hatte - wie seit vielen Jahren beim evangelischen Kirchentag üblich - Christiane Hartmann (Foto oben). Sie beschäftigte sich nicht länger mit Ansagen oder Dingen wie "Einsingen", sondern startete gleich mit dem ersten Workshopsong: „Ain't No Mountain High Enough".

Viele denken jetzt womöglich: Diesen Song kennt doch nun wirklich jeder! Müssen wir den schon wieder singen? Aber die Art und Weise mit der Christiane und ihre „Just Gospel"-Formation jeden Einzelnen motivierte und zum Singen, Klatschen und Tanzen brachte war bemerkenswert. Alle waren glücklich, ohne großen Lernaufwand sofort aktiv dabei sein zu können. Noten gab es übrigens den ganzen Workshop über keine, denn wie Christiane sagt, lernt man Gospel nicht mit Noten, sondern durch gutes Zuhören!

Auch während der anderen beiden Lieder, „Rejoice" und „We will Overcome", blieb der Spannungsbogen erhalten, der daraus entstand, dass es keine Pausen oder Unstimmigkeiten gab. Viel zu schnell ging ein unglaublich motivierender, inspirierender und schlichtweg erfolgreicher Workshop zu Ende.

Ruth Trabitzsch

CANAAN LAND – Gospels zur Slide-Guitar mit Matthias Tagold

Gospels und Spirituals müssen nicht unbedingt von einem Chor kommen. Auch mit Gesang und einer Slide-Gitarre lässt sich die Botschaft vermitteln. Bei einem Konzert in der Kreuzkirche Hamburg-Ottensen lieferte der Berliner Gitarrist und Sänger Matthias Tagold (Foto rechts) den Beweis. Sein Konzert "Canaan Land – Beautiful City" beeindruckte mit den für eine Slide-Gitarre charakteristischen Klangfarben. Seine Lieder beziehen sich im biblischen Kontext auf das Land Kanaan, Israel  – dort wo Milch und Honig fließen. Aber nicht nur das, sondern auch zeitgenössische Gospelsongs wie der Bob Dylan-Titel "Gotta Serve Somebody" passten perfekt zum Stil dieses besonderen Gitarrensounds. Die Zuhörer erlebten ein außergewöhnliches Konzert, das auch die Fans des klassischen Gospels auf keinen Fall missen sollten.

Joachim Schwarzrock

Soviel Gospel du brauchst


Schlange stehen war angesagt, so viele Gospelbegeisterte wollten den Gottesdienst zur Eröffnung des Treffpunktes Gospel in der Christengemeine Elim erleben - mit musikalischer Begleitung von "Just Gospel" und der "Gospel Family" aus Bochum. Wir waren für Euch dabei.

Jung und Alt strömten in den Saal. Es wollten so viel Zuhörer mitfeiern, dass der Gottesdienst sogar ins Untergeschoss auf eine Leinwand übertragen wurde. Mit ihrer mitreißenden Art gelang es der Gospel Family und Just Gospel sofort, die Zuhörer in den Gottesdienst einzubeziehen. Bereits nach den ersten Takten sah man nicht nur mitwippende Köpfe und Körper - Mitklatschen war angesagt. Spätestens nach dem zweiten Titel (Rejoice, auch zu hören auf der aktuellen CD der Gruppe: "Freedom") hielt es keinen Zuhörer mehr auf seinem Sitz. Selbst im Untergeschoss, obwohl die Zuhörer dort nicht die Livestimmung im Saal erlebten. Neben Songs aus dem offiziellen Liederheft des Kirchentages, die zum Mitsingen einluden, zeigte gerade das Mitsingen bei den Liedern von Just Gospel und der Gospel Family, welche treue Zuhörerschaft die Gruppen haben.

Motivation für die meisten Zuhörer war jedoch die sehr intensiv erlebbare Bedeutung der Gospelgesänge zur Verkündigung der frohen Botschaft. Einzelne Zuhörer haben wir befragt. So sagten Leonhard, Johannes und Jonas, drei Mitglieder der Jungen Gemeinde in Bamberg: "Wir wollten unbedingt zu diesem Eröffnungsgottesdienst, um die besondere Stimmung zu erleben". Monika aus Wuppertal, die seit über 20 Jahren selbst in einem Gospelchor singt und bereits vor zwei Jahren beim Kirchentag in Dresden beim Eröffnungsgottesdienst mit Just Gospel und Gospel Family dabei war: "Dieses besondere Erlebnis wollte ich wiederholen". Und Sieglinde aus Heiligenhaus, die auch viele Jahre selbst im Gospelchor singt: "Ich habe vor zwei Jahren Sarah Hartmann und die besonders intensive Art des Mitfeierns erlebt. Deshalb gehörte die Teilnahme am Eröffnungsgottesdienst für mein Kirchentagsprogramm unbedingt dazu."

Neben der Predigt von Pfarrer Helmut Spengler (Foto oben) zum Thema "Glück" mit der Frage: „Wieviel Glück verträgt ein Mensch" und seiner Antwort: „Soviel, dass er die Kraft an die Liebe nicht verliert" bleiben auch die sehr lebhaft und humorvoll vorgetragenen szenischen Darstellungen nachdrücklich in Erinnerung: Menschen begegneten darin dem Glück, erkannten es aber nicht und wiesen es immer wieder zurück.

Nach dem Ende des Gottesdienstes verließen alle Mitfeiernden, die nicht zum anschließenden Workshop blieben, die Kirche und waren einhellig der Meinung: Das war eine tolle Einstimmung auf das Programm im Treffpunkt Gospel.

Uta Beitlich-Thommes

„Soveel as du bruukst!"

Mittwoch, 1. Mai 2013

„Soveel as du bruukst!" - typisch norddeutsch ist das diesjährige Motto beim 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag vom 1. bis 5. Mai 2013 in Hamburg. Auf verschiedenen Bühnen in der Stadt fand am Eröffnungstag ein "Abend der Begegnung" statt. „Hamburg goes Gospel" galt ab 18 Uhr für die Bühne am Hopfenmarkt, St. Nicolaikirche.



Verschiedene Gospelchöre begeisterten die sonst eher zurückhaltenden Besucher in Hamburg. Hier eine Auswahl:

 "Swinging Colors" (Foto oben) – ein fröhlich-bunter Gospel- und Soulchor aus Hamburg-Lurup. Bunt – das war nicht zu übersehen, denn jeder der rund 40 Sänger aus diesem Chor trug ein T-Shirt in einer anderen leuchtenden Farbe. Musiker und Verleger Stephan Zebe hatte den Chor vor 23 Jahren gegründet. Seit 2011 werden die "Swinging Colors" von Britta Dierks geleitet.

Bei dem nächsten Auftritt hatte heute der Chorleiter Geburtstag – Peter Horst vom Rhenbow-Gospel Chor. Symbol ist ein Regenbogen – der Name des Chores kommt vom Ort Rhen bei Hamburg, wo dieser Chor beheimatet ist. Insgesamt 50 Sängerinnen, Sänger und eine Band, die auch außerhalb der Auftritte eine feste Gemeinschaft bilden.

Mitglieder des nächsten Chors in schwarzen T-Shirts mit dem Aufdruck FoGoMo verteilten bereits Noten an die Zuschauer für den nächsten Auftritt. Die Abkürzung steht für Fockbeker Gospel- und Moritatenchor aus der Nähe von Hamburg. Gesungen wurden Gospelsongs, Spirituals und Moritaten.
Hierbei hatte der Chor auch deutschsprachige Lieder ausgesucht, die vom Lobpreis Gottes und von der Zuversicht handelten, mit Gottes Hilfe das Leben besser gestalten zu können. Die sehr eingängigen Refrains boten jedem Zuhörer die Gelegenheit auch ohne einen Liedzettel mitsingen zu können.

Norddeutsche Gastfreundschaft, Kirchengemeinden und Einrichtungen luden in den umliegenden Ständen zu Informationen und Delikatessen ein – ein perfekter Start in den Kirchentag!

Hört dazu unseren Eindruck »

Uta Beitlich-Thommes, Joachim Schwarzrock


Euer Gospelradioteam auf dem DEKT 2013:
















von links: Ruth Trabitzsch, Uta Beitlich-Thommes, Rainer Zincke, Joachim Schwarzrock, Riccardo Pusch


Uta Beitlich-Thommes Redaktion Brandenburg
 
Joachim Schwarzrock Redaktion NRW
 
Ruth Trabitzsch Redaktion Berlin 
Torsten Wettig Redaktion Niedersachsen 
Riccardo Pusch Technik, Foto
 
Rainer Zincke Produktions- und technische Leitung 
   
Fotos: Uta Beitlich-Thommes, Joachim Schwarzrock, Ruth Trabitzsch, Riccardo Pusch, Rainer Zincke
Technische Ausrüstung: Church & Sound, Berlin

An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei der August-Hermann-Francke-Schule Hamburg-Uhlenhost sehr herzlich bedanken, die uns dankenswerter Weise für die Zeit des Kirchentags aufgenommen hat.

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